Zwei bis Drei-Dimensional

ZweibisDrei-Dimensional – Kunstausstellung an der WHU Campus Düsseldorf vom

10. Mai bis 29. Juli 2014

Jürgen Buhre schichtet Farbe zu Körperzeichen im Farbrelief. Michael Kortländer verbindet Farbe und Kartonage zu Raumbildern.

Zwei Künstler, zwei Freunde, die mit der Ausstellung "ZweibisDrei-Dimensional " auf dem WHU Campus Düsseldorf in einen kreativen Dialog treten – treibend, kontrastierend, motivierend, variierend.

Die WHU lädt herzlich ein zur Ausstellungseröffnung am 10. Mai 2014, 19:00 Uhr auf ihrem Campus Düsseldorf (Erkrather Straße 224a, 40233 Düsseldorf). Gerne übersenden wir Ihnen eine persönliche Einladung (Kontakt: ringel-rahmen@gmx.net).

Die Künstler sind anwesend. Zur Eröffnung spricht Kay Heymer, Leiter Moderne Kunst am Museum Kunstpalast, Düsseldorf.

Die Ausstellung ist zugänglich während der Öffnungszeiten der WHU Campus Düsseldorf (wochentags von 10 Uhr bis 17 Uhr), wir bitten um Anmeldung am Empfang. Individuelle Besichtigungstermine oder Führungen, auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten, können vereinbart werden mit dem Team von Kunst@WHU

Michael Kortländer

1953              in Münster geboren

1972-1978     Studium an der Kunstakademie Düsseldorf

                      bei Prof. G. Hoehme

1978              Meisterschüler

seit 1978        Arbeiten an „ Raumbildern“, vornehmlich mit Kartonagen

1982 - 1984    Wilhelm-Lehmbruck-Stipendium

seit 1985         Arbeitsstipendium des Bundes Deutscher Industrie bei der

                        Smurfit - Kappa AG

1993 – 1996   Lehrauftrag an der Fachhochschule Düsseldorf

f                       für Plastisches Arbeiten

2005 - 2012       Cité Internationale des Arts, Paris, Gastatelier

Michael Kortländer lebt und arbeitet in Düsseldorf und Palermo

Zu den plastischen Arbeiten von Michael Kortländer

Seit Beuys definiert sich Kunst weniger durch den kommerziellen Wert des verwendeten Materials als vielmehr durch die künstlerische Idee, die sich darin verwirklicht. Michael Kortländer arbeitet seit Jahren mit Wellpappe, in der man sonst kostbarere Gegenstände verpackt, um sie vor Deformationen zu schützen. Wellpappe ist nicht nur leicht, sondern auch vielfältig formbar. Vor allem stellen ihre senkrechten wellenförmigen Vertiefungen einen formal spannenden Gegensatz zu den von ihr umfassten Dingen dar, die sie zugleich schützt wie verbirgt. Dabei werden die Ecken und Kanten abgerundet, also gewissermaßen „entschärft“. Einer verharmlosenden Harmonisierung entgeht er dadurch, dass er mit seinen scharfen Einschnitten in die Wellpappe neue Kanten und Ecken schafft, die ein weiteres formales Spannungsmoment in seinem Werk bewirken. Vielleicht könnte man sagen: Michael Kortländer „verpackt“ seine künstlerischen Ideen in Wellpappe – er schafft völlig neue fragile Objekte, die Gegenstände erinnern, aber sie nie einfach nachbilden. Seine Skulpturen sind vielmehr freie Erfindungen, die den sie umgebenden Raum völlig neu definieren. Dabei frappiert der Gegensatz zwischen Leichtigkeit des Materials und der Gewichtigkeit seiner sogar monumental wirkenden Ausformung. Es entstehen so konstruierte Gebilde, die in ihrer vermittelnden Gebärde doch Distanz wahren. Verstärkt wird die Distanzierung noch dadurch, dass die aufgetragene Farbe die Besonderheit des alltäglichen Materials betont; es wird zum Farbträger, der gewürdigt ist in all seiner Fragilität Farbe zu zeigen, also eines für den Bildhauer Kortländer ebenso wichtigen künstlerischen Ausdrucksmittels. So entsteht am Ende ein faszinierendes Paradox: Ein billiges, fragiles, uns allen vertrautes Material atmet doch durch seine künstlerische Anmutung den Geist des Besonderen, des Einmaligen.

Diethelm Röhnisch

Geschäftsführer Niederrheinischer Kunstverein e.V.

Grußwort des Rektors

 

Liebe Kunstinteressierte,

„Kunst ist nicht Luxus, sondern Notwendigkeit“, soll der deutsch-amerikanische Grafiker und Maler Lyonel Feininger einmal gesagt haben. Ich kann ihm in diesem Punkt nur beipflichten. Kulturelle Veranstaltungen wie beispielsweise Ausstellungen im Rahmen von Kunst@WHU schärfen unser Bewusstsein und erweitern unseren Horizont – eine absolute Notwendigkeit!

Wir an der WHU verstehen uns als Business School, die keine Ausbildung im Elfenbeinturm der Wirtschaftswissenschaften betreibt. Wir verstehen uns als Institution, deren Angehörige über den eigenen Tellerrand hinausschauen und die sich und ihre Ansichten von Zeit zu Zeit in Frage stellen. Daher liegt mir Kunst@WHU besonders am Herzen. Es verbindet unsere Welt der Wissenschaft mit der Welt der Kunst. Die Ausstellungen auf dem Gelände einer Business School laden dazu ein, Schnittstellen zwischen künstlerischem Schaffen und wirtschaftlichen Aspekten zu diskutieren – sei es vor Ort in der Ausstellung oder im Rahmen unseres Studium Generale in beispielsweise Vorlesungen oder Exkursen zu Themen wie Design, Corporate Design und dem Kunstmarkt.

Liebe Kunstinteressierte, ich denke, unsere beiden Künstler Jürgen Buhre und Michael Kortländer haben mit der vorliegenden Ausstellung „ZweibisDrei-Dimensional" eine hervorragende Gelegenheit geschaffen, Kunst zu erleben. Gerade zeitgenössische Kunst wie diese rüttelt unsere Gesellschaft immer wieder auf, ist unbequem, ist vielleicht auch nicht jedem unmittelbar zugänglich. Wir reiben uns an ihr; nicht selten hält uns moderne Kunst einen Spiegel vor. „Echte Kunst ist eigensinnig“, brachte es Ludwig van Beethoven auf den Punkt. In diese Sinne wünsche ich Ihnen viele interessante Eindrücke und Erkenntnisse beim Besuch der Ausstellung.

Ihr Michael Frenkel

Die Herzogin Jürgen Buhre

Schreibe einen Kommentar